Stockheim schöpft Hoffnung

Stockheim schöpft Hoffnung

"Sind besser als es die Tabelle widerspiegelt"

ANPFIFF-Artikel veröffentlicht am 20.04.2018 um 10:00 Uhr von Adrian Kremer
Stockheim schöpft Hoffnung: "Sind besser als es die Tabelle widerspiegelt"
Nach anfänglichen Schwierigkeiten in den ersten Spielen der Rückrunde scheint es bei den "Bergleuten" aus Stockheim nun so etwas wie eine Trendwende zu geben. Die letzten beiden Partien konnten mit jeweils fünf erzielten Treffern gewonnen werden und man hat wieder Anschluss an das rettende Ufer. anpfiff.info sprach mit Dreichfach-Torschütze Robin Tögel über den Trainerwechsel und die aktuelle Lage beim FCS.
Von Adrian Kremer
Der Start nach der Winterpause in den ersten vier Partien hätte mit Sicherheit besser ausfallen können. Woran lag es, dass man den Aufschwung aus der starken Hallensaison nicht direkt mit auf den Rasen nehmen konnte? 
Robin Tögel: Natürlich hatten wir nach der Halle wieder mehr Selbstvertrauen und haben uns für die Rückrunde viel vorgenommen. In Friesen haben wir zunächst auch gut angefangen. Alles was vom Trainer angesprochen wurde, setzten wir um und führten durchaus verdient mit 3:1 zur Pause. Nach einer desolaten zweiten Halbzeit sind wir dann aber zu Recht als Verlierer vom Platz gegangen. Leider setzte sich der Negativtrend auch in den folgenden drei Spielen fort, denn ein Punkt aus den vermeintlichen „Endspielen“ gegen Mitwitz und Arnstein ist einfach unbefriedigend für den Verein. Vor allem die Art und Weise, wie wir die Spiele teilweise regelrecht hergeschenkt haben, ist leider nicht zu erklären. Der Erfolg der Halle war also schon nach 45 Minuten wieder vergessen.

Für Robin Tögel ist auch Neu-Coach Andreas Löhnert zu "100 Prozent ein Faktor für den Aufschwung".
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In den beiden letzten Partien meldeten Sie sich jedoch eindrucksvoll im Kampf um das rettende Ufer zurück. Woran liegt es, dass man nun doch wieder Hoffnung auf den direkten Nichtabstieg am Maxschacht schöpfen kann?
Robin Tögel: Wir haben in der Wintervorbereitung, auch aufgrund der schlechten Platzverhältnisse, sehr viel für die Kondition trainiert. In den ersten vier Wochen sind wir fast ausschließlich gelaufen. Körperlich sollte also bei allen gute Voraussetzungen vorliegen. Wir mussten einfach wieder daran glauben, dass wir besser sind als es die Tabelle widerspiegelt. Es hat uns ein Erfolgserlebnis gefehlt. In Obermain haben wir dann zum ersten Mal über 90 Minuten Moral bewiesen, sind als eine Einheit aufgetreten, jeder hat für jeden gekämpft und dafür wurden wir dann am Ende belohnt. Über den direkten Nichtabstieg sollten wir uns keine Gedanken machen. Vorrangig ist zunächst das Minimalziel Relegation. Schaffen wir es doch noch direkt, wird das natürlich niemand ausschlagen.

Zum Winter übernahm Andreas Löhnert das Kommando am Maxschacht. Ist auch er ein Faktor für den in den beiden letzten Partien zu erkennenden Aufschwung?

Robin Tögel: Er ist zu 100 Prozent ein Faktor für den Aufschwung. Natürlich war er nach dem schlechten Auftakt nicht erfreut. Die teilweise sehr schwachen Leistungen haben ihn aber nicht dazu gebracht, alles schlecht zu reden, Schuldzuweisungen zu treffen oder uns gar abzuschreiben. Er schafft es einfach auf eine ruhige, aber auch sehr direkte Weise jedem einzelnen klar zu machen, was er von ihm verlangt. Ich würde seinen Draht zur Mannschaft als sehr gut bezeichnen.  

Der neue Coach war auch eine gewisse Entlastung für René Schubart, welcher nicht unbedingt begeistert davon war ein Spielertrainer-Amt zu übernehmen. Ein Faktor, welcher sich vielleicht auch in seinem Spiel wieder bemerkbar macht?

Robin Tögel: Für René Schubart war sofort klar, dass er uns, sollten wir keine schnelle und passende Lösung finden, nicht hängen lässt. Er hat den Job auch sehr gut gemacht und hatte den vollen Respekt der Mannschaft. Ich denke schon, dass es auch für ihn einfacher ist, wenn er sich nur auf sein Spiel, anstatt auf das Spiel der ganzen Mannschaft konzentrieren muss. Ich würde aber schon sagen, dass er nach wie vor der erste Ansprechpartner für den Trainer ist. Also sozusagen der verlängerte Arm von Andreas Löhnert.

Andreas Löhnerts ruhige und klare Art war mit dafür verantwortlich, dass es beim FC Stockheim nun wieder bergauf geht.
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Was stimmt sie positiv, dass die Zuschauer in Stockheim auch im nächsten Jahr Fußball im Kreisoberhaus verfolgen können?

Robin Tögel: Wir haben am letzten Wochenende gezeigt, dass wir auf jeden Fall die Qualität haben, um in der Kreisliga zu spielen. Wie schon erwähnt, haben wir es zum ersten Mal über 180 Minuten geschafft, eine konstante Leistung abzurufen. Das macht mir Mut, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Ob dieser am Ende über die Relegation oder direkt zustandekommt ist völlig egal.

Am kommenden Wochenende müssen sie erst in Ludwigsstadt und dann beim Tabellenletzten in Roth-Main antreten. Zwei weitere Chancen um den anderen Teams auf die Pelle zu rücken oder sie gar zu überholen. Mit welcher Philosophie bestreiten Sie die beiden Partien und welche Punkteausbeute würden Sie zum heutigen Tage sofort unterschreiben?
Robin Tögel: Bei den letzten Spielen kommt es nicht mehr darauf an, gegen wen wir spielen. Wichtig ist vor allem, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und 100 Prozent abrufen. Denn in der Kreisliga ist jeder Gegner stark, besonders auswärts. Wir werden genau wie am letzten Wochenende über das komplette Spiel als starke Einheit auftreten und jeder wird alles für die Mannschaft geben. Natürlich wäre es vermessen zu sagen, unser Anspruch sind sechs Punkte, aber nur dies würde ich vor diesem Wochenende unterschreiben. Wenn ich uns einen Sieg nicht zutrauen würde, hätten wir ja schon vor dem Spiel verloren. Werden es dann vier Punkte, ist man in Stockheim sicher auch nicht unzufrieden.

anpfiff.info bedankt sich bei Robin Tögel für das Interview recht herzlich und wünscht den "Bergleuten" für die restliche Saison noch viel Erfolg.
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